Internationale Schrittgeschwindigkeit – Almelo City Cup 2026

Die Walking-Fußballer von Mariendorf auf großer Tour – und zwar nicht irgendwohin, sondern stilecht nach Holland zum Almelo City Cup 2026 vom 19. bis 21. Mai.

Nach und nach trudelten schließlich acht mutige Mariendorfer Gladiatoren im legendären Preston Palace ein – manche geschniegelt, manche verschlafen, aber alle hochmotiviert.

Beim Turnier ging es international zu: Insgesamt kämpften 32 Herrenmannschaften und 16 Frauen-Teams aus Deutschland, England, Italien, Belgien, Dänemark und weiteren fußballverrückten Nationen um Ruhm, Ehre und vermutlich auch die meisten Blasen an den Füßen.

Die Organisatoren hatten wirklich alles aufgefahren was möglich war. Schon am ersten Tag begann das Spektakel mit einem großen Fußmarsch aller Mannschaften – durchgestylt in Vereinskleidung und mit wehenden Fahnen – vom Hotel direkt ins Zentrum von Almelo.

Dort startete ein fröhlicher Festzug durch die Stadt bis zur Kneipe Shamrock. Und spätestens dort war endgültig klar: Die Holländer verstehen etwas von Gastfreundschaft! Freigetränke, laute Fangesänge, Tanz auf der Straße – zeitweise war nicht mehr ganz klar ob hier ein Walking-Football-Turnier oder der ESC gefeiert wurde.

Am nächsten Morgen wurde nach einem umfangreichen Frühstück der sportliche Ernst eingeläutet. Alle Teams wurden mit Bussen zum Stadion von Heracles Almelo gefahren, wo sage und schreibe zwölf Walking-Fußballplätze aufgebaut waren. Nach einer feierlichen Eröffnungszeremonie auf der Haupttribüne und Mannschaftsfotos auf dem großen Podium ging es endlich los.

Die Hauptrunde bestand aus acht Gruppen mit jeweils vier Mannschaften. Wir Mariendorfer Jungs absolvierten unsere drei Spiele mit Bravour – und das erste Spiel wurde direkt gewonnen. Da staunten nicht nur die Gegner sondern auch einige Spieler selbst.

Besonders beeindruckend: Jede Mannschaft bekam einen eigenen Teamkoordinator zugeteilt. Dieser freundliche Mensch hatte im Grunde die schwierigste Aufgabe des Turniers – sicherzustellen, dass acht Mariendorfer gleichzeitig und pünktlich am richtigen Spielfeld auftauchten. Zusätzlich koordinierte er auch noch die Verteilung der Lunchpakete und achtete darauf, dass nach den Spielen wirklich niemand im Stadion vergessen wurde. Respekt!

Zurück im Hotel wartete schon das nächste Highlight: Begrüßung aller Teams die erstmals am Turnier teilnahmen, Auslosung der Zwischenrunde und anschließend ein riesiger Partyabend für alle Mannschaften. Kurz gesagt: Schlaf wurde völlig überbewertet.

Am dritten Tag ging es wieder mit dem Bus ins Stadion. Erst drei Spiele in der Zwischenrunde, danach noch zwei Partien in der Endrunde – spätestens jetzt wusste jeder warum beim Walking Football Rennen offiziell verboten ist. Die Beine wurden schwerer, die Pausen länger und das Aufstehen von der Bank entwickelte sich langsam zur eigenen Disziplin – und ehe man sich versah, war das Turnier schon wieder vorbei. Nach der Siegerehrung ging es zurück ins Hotel, wo viele vermutlich erst einmal ihre müden Knochen sortieren mussten.

Alles war schlicht gigantisch organisiert. Die Buffets im Hotel waren phänomenal – manche munkeln einige Spieler hätten mehr Punkte am Buffet als auf dem Platz gesammelt. Dazu gab es im Hotel noch ein großes Schwimmbad, Sauna, Kino, Billard, Bowlingbahn, einen Rummel und gefühlt alles außer einer eigenen Champions-League-Hymne.

Man kam aus dem Staunen wirklich nicht mehr heraus.

Ein besonderes Lob geht an Frank der kurzfristig die komplette Organisation vor Ort übernehmen musste, weil Detlef krankheitsbedingt leider nicht mitfahren konnte. Und was soll man sagen: Frank lieferte ab wie ein Weltmeister. Organisation, Überblick, präzise WhatsApp-Nachrichten – glatte Goldmedaille!

Auch Wolfgang verdiente sich absolute Bestnoten. Er übernahm den sportlichen Bereich mit Aufstellung, Wechseln und taktischer Ordnung – und das mit der Ruhe eines Bundesligatrainers kurz vor dem Champions-League-Finale. Egal ob Wechselchaos, müde Beine oder kurzfristige Diskussionen über die richtige Position: Wolfgang hatte alles im Griff. Teilweise wirkte es sogar so als hätte er mehr Laufwege im Kopf als einige Spieler in den Beinen. Ohne Fehl und Tadel dirigierte er die Mannschaft von der Seitenlinie – quasi der Jupp Heynckes des Walking Footballs, nur mit etwas mehr Schrittzähler und weniger Millionengehalt.

Am Ende bleibt vor allem eins:
Drei tolle Tage mit jeder Menge Spaß, großartiger Stimmung und der Erkenntnis, dass Mariendorf international absolut konkurrenzfähig ist – als perfekte Mischung aus Fußballteam, Reisegruppe und Männerausflug die selbst nach acht Spielen noch treffsicher den Weg zum Buffet fand.

AJ